Folge 022 - Warum wir alle verstanden werden wollen – Bedürfnisorientierung, Selbstverbindung & innere Kindarbeit
Shownotes
Verstehen und verstanden werden – ist das nicht das, wonach wir uns alle tief im Herzen sehnen?
In dieser Folge von Soulful & Shine spreche ich über bedürfnisorientierte Begleitung von Kindern – und darüber, warum dieses Thema so viel mehr ist als ein Erziehungsstil. Es ist eine innere Haltung. Eine Einladung, hinter Verhalten zu blicken und Bedürfnisse zu erkennen.
Diese Episode richtet sich nicht nur an Eltern. Sie ist auch für dich – für dein inneres Kind, für deine eigene Sehnsucht nach Verbindung, Gesehenwerden und echtem Verstandenwerden.
Du erfährst in dieser Folge:
Warum wir alle zutiefst verstanden werden wollen
Was Bedürfnisorientierung wirklich bedeutet
Wie du Verhalten neu interpretieren kannst – bei Kindern und bei dir selbst
Warum Verbindung wichtiger ist als Bewertung
Wie du wieder mehr bei dir selbst ankommen kannst
Diese Folge ist eine sanfte Erinnerung daran, dass hinter jedem Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steckt – und dass Heilung dort beginnt, wo echtes Verstehen entsteht.
Wenn dich diese Episode berührt hat, dann freue ich mich riesig, wenn du: 💛 dem Podcast folgst 💛 eine Bewertung oder ein Herz dalässt 💛 oder deine Gedanken als Kommentar mit mir teilst
So unterstützt du Soulful & Shine dabei, noch mehr Herzen zu erreichen.
Shine on - weil dein Strahlen die Welt braucht. Deine Anna-Lena
Transkript anzeigen
00:00:00: (Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Hallo, du Herzensmensch, und herzlich willkommen bei einer
00:00:03: neuen Folge So Full and Shine, eine Reise
00:00:05: zurück in dein Herz.
00:00:07: Mein Name ist Annalena und ich möchte dir
00:00:09: zeigen, wie es sich anfühlt, wenn du dich
00:00:11: wieder wohnen in dir, in deinem Körper und
00:00:13: in deinem Alltag spürst.
00:00:15: Und heute habe ich dir etwas mitgebracht.
00:00:18: Und zwar geht es um den Leitsatz Verstehen
00:00:20: und Verstanden werden.
00:00:21: Denn ich persönlich glaube, dass wir alle im
00:00:25: Leben vor allem eins wollen.
00:00:27: Wir wollen verstanden werden.
00:00:28: Darum geht es jetzt heute, wie wir einerseits
00:00:31: uns selbst verstehen, andererseits auch die Tür, die
00:00:34: Möglichkeit öffnen, andere Menschen ein bisschen besser zu
00:00:37: verstehen.
00:00:38: Und zwar wollen wir heute nicht über andere
00:00:40: Menschen sprechen, sondern vor allem über Kinder.
00:00:44: Diese Folge ist aber nicht nur für Eltern,
00:00:47: denn sie geht oder sie richtet sich vor
00:00:49: allem auch an Menschen mit inneren Kindern, also
00:00:51: an dich, an mich und an jeden von
00:00:53: uns.
00:00:54: Sie ist eine Einladung, wieder noch mehr mit
00:00:56: dir in die Verbindung zu kommen.
00:00:57: Und ja, lass uns loslegen.
00:01:01: Was ich super schön finde, zu wissen ist,
00:01:05: wenn wir verstehen, was Kinder wirklich brauchen, dann
00:01:08: verstehen wir auch, was wir selbst brauchen.
00:01:11: Denn die Basis von dem, was wir jetzt
00:01:14: sind, ist ja unsere Kindheit.
00:01:16: Alle Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit gemacht
00:01:19: haben, prägen ja, wer wir jetzt sind.
00:01:22: Und in dieser Folge möchte ich so ein
00:01:24: bisschen mit einem bedürfnisorientierten Blick auf unsere Kindheit
00:01:28: gucken, um auch zu gucken, wenn ich weiß,
00:01:32: was ich früher gebraucht hätte, kann ich jetzt
00:01:34: gucken, was ich jetzt brauche, was ich früher
00:01:36: nicht bekommen habe.
00:01:38: Also die Verbindung zwischen uns und unserem inneren
00:01:40: Kind noch ein bisschen mehr zu schaffen und
00:01:43: zu stärken.
00:01:44: Was ich vorweg sagen will, ist, dass es
00:01:46: mir sehr wichtig, dass es hier nicht darum
00:01:48: geht, dass wir jetzt sauer auf unsere Eltern
00:01:50: sind oder dass wir sagen, alles, was in
00:01:52: unserer Kindheit passiert, ist es falsch und unsere
00:01:54: Eltern waren schlechte Eltern und dass wir ja
00:01:58: so ein bisschen auch einen Schuldvorwurf an unsere
00:02:01: Eltern geben.
00:02:02: Denn das möchte ich hier vermeiden.
00:02:03: Ich will nicht sagen, dass alles, was in
00:02:05: unserer Kindheit passiert ist, richtig ist und gut
00:02:08: ist.
00:02:09: Nur gleichzeitig haben wir jetzt heute ein ganz
00:02:13: anderes Wissen.
00:02:13: Wir haben heute einen ganz anderen äußerlichen Rahmen.
00:02:18: Und was ich auch immer noch so gerne
00:02:20: zu bedenken gebe, auch unsere Eltern waren innere
00:02:23: Kinder und auch unsere Eltern durften viele Dinge,
00:02:26: die wir heute die Möglichkeit haben, unseren Kindern
00:02:28: zu geben, gar nicht erleben.
00:02:30: Also es geht nicht darum zu sagen, unsere
00:02:33: Eltern hätten so viel falsch gemacht und es
00:02:35: hätte anders laufen müssen.
00:02:36: Denn die Vergangenheit ist, wie die Vergangenheit ist.
00:02:38: Die können wir nicht mehr ändern.
00:02:40: Was wir heute tun können, ist eine Beziehung
00:02:42: zu uns selber schaffen, uns das zu geben,
00:02:45: was wir wirklich brauchen.
00:02:47: Ja, und wir würden mit der Grundlage anfangen
00:02:50: und die Grundlage ist nun mal unsere Kindheit.
00:02:54: Ich persönlich sage und glaube fest daran, dass
00:02:58: Kinder nicht schwierig sind, sondern Kinder zeigen ihre
00:03:02: unerfüllten Bedürfnisse.
00:03:03: Ich will nicht behaupten, dass es dadurch leichter
00:03:05: ist und das nicht.
00:03:06: Viele Herausforderungen mit Kindern entstehen.
00:03:09: Ich bin selber Mutter und ich weiß, dass
00:03:11: das nicht der Realität entspricht und dass Kinder
00:03:14: unsere größten Lehrmeister sein können und uns ja
00:03:18: auch am ehesten treffen können.
00:03:23: Gleichzeitig glaube ich nicht, dass Kinder per se
00:03:26: schwierig sind.
00:03:27: Natürlich, wie gesagt, gibt es den Rahmen, dass
00:03:30: es für uns anstrengend ist, dass wir es
00:03:31: kaum aushalten können.
00:03:33: Nur für mich ist es wichtig zu sagen,
00:03:36: ein Kind ist noch so unberührt, ist noch
00:03:39: so frei von vielen Erfahrungen.
00:03:42: Und ich glaube, Kinder haben ja auch noch
00:03:46: gar nicht die Möglichkeit, uns zu sagen, was
00:03:49: sie wirklich brauchen.
00:03:50: Wenn wir mal ehrlich sind, wir selber schaffen
00:03:52: es doch kaum zu sagen, was wir wirklich
00:03:53: brauchen.
00:03:54: Wie können wir das dann von unseren Kindern
00:03:55: erwarten?
00:03:57: Und das ist auch der Kern, worum es
00:03:58: geht.
00:03:59: Es geht hier nicht darum, dass wir unsere
00:04:01: Kindheit reparieren wollen oder dass wir unsere Kinder
00:04:04: reparieren wollen, sondern es geht darum, eine Beziehung,
00:04:07: eine Bindung zu schaffen.
00:04:09: Und diese Bindung ist dann das, was wirklich
00:04:14: die Heilung, die Liebe, die Essenz mit sich
00:04:17: bringt.
00:04:18: Und ich persönlich glaube, dass wir alle die
00:04:23: gleichen Bedürfnisse haben.
00:04:25: Das heißt, du und ich haben die gleichen
00:04:26: Bedürfnisse, nur sie äußern sich in unserem Leben
00:04:28: ganz unterschiedlich.
00:04:30: Und die Bedürfniserfüllung ist da wieder individuell.
00:04:35: Was ich damit meine, ist, wir beide haben
00:04:39: ein Bedürfnis nach Sicherheit, sich in uns sicher
00:04:41: zu fühlen, sich sicher zu fühlen.
00:04:43: Nur in meinem Leben zeigt sich das auf
00:04:45: ganz andere Art und Weise wie in deinem
00:04:47: Leben.
00:04:49: Und für mich hat dieses Bindungsverhalten, dieses Bindungsmuster
00:04:53: auch nichts mit Perfektion zu tun.
00:04:55: Denn ich habe weder die Erwartung, dass Elternschaft
00:04:58: perfekt sein muss, dass wir unseren Kindern perfekt
00:05:01: gegenübertreten müssen, sondern dass wir unseren Kindern authentisch,
00:05:06: ehrlich gegenüber sind, dass wir eingestehen können, dass
00:05:09: wir auch Fehler machen und nicht die Macht
00:05:12: über unsere Kinder haben.
00:05:13: Sondern für mich ist ein Kind zu haben
00:05:15: mehr eine Begleitung.
00:05:17: Ich begleite mein Kind dabei, erwachsen zu werden.
00:05:20: Und im besten Fall gebe ich meinem Kind
00:05:22: die tollsten Grundsteine mit, die es braucht, um
00:05:24: auch in schwierigen Zeiten durch diese Welt zu
00:05:27: kommen, um auch zu wissen, was mein Kind
00:05:29: tun kann, wenn wirklich herausfordernde Zeiten sind.
00:05:32: Denn davor kann ich mein Kind nicht beschützen.
00:05:34: Denn du und ich wissen, wir haben alle
00:05:36: traumatische Erfahrungen gemacht.
00:05:38: Wir haben alle ganz schlimme Erfahrungen, teilweise gemacht
00:05:41: doofe Erfahrungen.
00:05:42: Davor kann uns keiner beschützen.
00:05:44: Nur wenn wir in unserer Kindheit natürlich noch
00:05:47: mehr Grundsteine bekommen, wie wir damit umgehen können,
00:05:50: wenn unsere Bedürfnisse noch mehr erfüllt sind, desto
00:05:54: stärker kommen wir dann da auch raus und
00:05:56: desto weniger beeinflusst uns das in der Zukunft
00:06:00: vor allem auch.
00:06:01: Und ich sage oder ich möchte mich heute
00:06:05: den drei sehr essentiellen, wichtigen Bedürfnissen mitnehmen.
00:06:09: Und das ist einmal Liebe und Bindung.
00:06:12: Dann geht es um Sicherheit und um Orientierung
00:06:15: und Führung.
00:06:15: Und mit Führung meine ich nicht, dass ich
00:06:17: hier im Militär bin und mein Kind rumkommandiere,
00:06:20: sondern Führung heißt für mich, dass ich meinem
00:06:22: Kind Orientierung schenke, dass ich meinem Kind einen
00:06:24: sicheren Rahmen gebe, in dem es sich bewegen
00:06:26: darf.
00:06:27: Und das in diesem Rahmen, diesen Rahmen gebe
00:06:32: ich vor.
00:06:32: In diesem Rahmen darf mein Kind allerdings frei
00:06:35: mitgestalten.
00:06:36: Ich sage gerne, was gemacht wird, entscheide ich,
00:06:41: wie es gestaltet wird, wie es gemacht wird.
00:06:43: Das darf mein Kind mit entscheiden.
00:06:45: Das heißt, ich weiß am besten, wie der
00:06:48: Tag abläuft.
00:06:49: Ich trage die Verantwortung dafür.
00:06:51: Und das ist Verantwortung, die ich meinem Kind
00:06:53: noch gar nicht geben möchte und muss.
00:06:55: Wenn ich diese Verantwortung trage, kann ich aber
00:06:57: mein Kind trotzdem mitentscheiden lassen, trotzdem die Autonomie
00:07:01: lassen, zu sagen Hey, ich weiß, wir gehen
00:07:03: jetzt nach da.
00:07:04: Da geht der Weg lang.
00:07:05: Aber du darfst entscheiden, wie du mitkommen möchtest.
00:07:07: Du darfst entscheiden, ob wir rückwärts gehen, ob
00:07:09: wir hüpfen, ob wir dabei Auto spielen oder
00:07:14: sonst was.
00:07:16: Was ich nur sagen möchte ist, dass ich
00:07:20: glaube, dass gerade diese drei Bedürfnisse Liebe, Bindung,
00:07:23: Sicherheit und Orientierung so grundlegend sind dafür, wie
00:07:29: wir als Erwachsene dann durchs Leben kommen.
00:07:32: Und die Vergangenheit ist, wie gesagt, wie sie
00:07:36: ist.
00:07:37: Die ist geschehen, die können wir nicht mehr
00:07:38: ändern.
00:07:39: Aber wir können heute selber entscheiden, wie wir
00:07:42: uns selbst begegnen möchten, wie wir uns selbst
00:07:44: begegnen möchten und heute durch den Alltag gehen
00:07:46: wollen.
00:07:48: Und was Kinder lernen, was Kinder entdecken und
00:07:50: was Kinder ausprobieren wollen, ist vor allem, wie
00:07:54: sicher ist die Welt?
00:07:56: Bin ich wichtig?
00:07:59: Darf ich Bedürfnisse haben?
00:08:01: Und wer trägt hier die Verantwortung?
00:08:03: Also trage ich die Verantwortung?
00:08:04: Tragen sie meine Eltern?
00:08:05: Wer hier im Raum trägt jetzt bitte die
00:08:07: Verantwortung?
00:08:08: Was aber oft die Realität ist, was wir
00:08:10: aus unserer Kindheit sehr oft gerade jetzt in
00:08:12: dieser Generation mitgenommen haben, ist, dass wir uns
00:08:14: anpassen, weil wir dazugehören wollen.
00:08:17: Zugehörigkeit, das kommt auch noch vor allem aus
00:08:19: der Steinzeit, weil wir in einer Gruppe einfach
00:08:24: viel sicherer waren als alleine.
00:08:27: Wir haben auch oft gelernt, leider, dass wir
00:08:29: stark sein müssen, weil niemand anders da war,
00:08:32: der uns in dem Moment den Halt gegeben
00:08:33: hat.
00:08:34: Zum Beispiel, wenn wir alleine gelassen wurden, vielleicht
00:08:39: auch einfach unwissend.
00:08:41: Wir haben gelernt, Gefühle zu unterdrücken, weil einfach
00:08:44: gerade im Außen nicht der Rahmen dafür war,
00:08:46: dass du jetzt deine Gefühle so zeigst, dass
00:08:47: du hier vor Wut schreist, dass du rumschnappst,
00:08:50: dass du aus ganzem Herzen weinst.
00:08:53: Dieser Rahmen war ja einfach oft nicht da,
00:08:56: weil da kommt wieder das Geprägte rein.
00:08:58: Wir müssen uns hier anpassen.
00:08:59: Wir müssen ja in die Gesellschaft reinpassen.
00:09:01: Wir dürfen jetzt nicht fehlerhaft verhalten und wir
00:09:03: sollen auch nicht negativ auffallen.
00:09:06: Und was auch noch mit reinspielt, ist, dass
00:09:07: wir oft sehr früh schon zu viel Verantwortung
00:09:10: getragen haben.
00:09:13: Denn Verantwortung ist auch die Sicherheit gebraucht zu
00:09:16: werden.
00:09:17: So, und jetzt fragst du dich vielleicht, wer
00:09:18: ist denn eigentlich unser inneres Kind?
00:09:20: Unser inneres Kind ist der Anteil in uns.
00:09:24: Stephanie Stahl hat das auch so toll unterteilt
00:09:26: in das Schattenkind und das Sonnenkind.
00:09:28: Das ist der Anteil in uns, der geprägt
00:09:32: ist von den Erfahrungen, von den Bedürfnissen und
00:09:34: von den Gefühlen, die wir als Kind hatten.
00:09:37: Und es gibt das Sonnenkind.
00:09:39: Das heißt, es ist geprägt von den positiven
00:09:41: Erfahrungen, die wir gemacht haben, von denen wir
00:09:44: uns jetzt nähern.
00:09:45: Und es gibt das Schattenkind von den weniger
00:09:47: tollen Ereignissen, Gefühlen und Bedürfnissen, von den Überforderungen,
00:09:51: von den Momenten, als wir nicht weiter wussten.
00:09:53: Unser inneres Kind meldet sich jetzt oft in
00:09:56: unserem Erwachsenensein, gerade in Situationen mit Überforderung, Rückzug,
00:10:02: Wut oder auch Selbstkritik.
00:10:04: Und ich will damit vor allem nicht darauf
00:10:07: hinweisen, dass jedes Gefühl von unserem inneren Kind
00:10:09: kommt.
00:10:11: Unser inneres Kind zeigt sich heute, wenn wir
00:10:13: erwachsen sind, oft, wenn etwas in uns berührt
00:10:16: ist, das damals nicht sicher war zum Beispiel,
00:10:20: nicht getragen war, nicht gehalten wurde.
00:10:23: Es geht hier, wie gesagt, gar nicht darum,
00:10:25: dass wir jetzt unser inneres Kind reparieren müssen
00:10:28: und dass wir alles wiedergutmachen müssen, sondern es
00:10:30: geht darum, dass wir zu unserem inneren Kind
00:10:33: eine Bindung aufbauen, eine Bindung aufbauen und die
00:10:36: Bedürfnisse bestmöglich versuchen zu erfüllen.
00:10:40: Bei Kindern ist das so, weil Kinder erst
00:10:43: lernen dürfen, mit ihren eigenen Gefühlen und Emotionen
00:10:46: umzugehen, dass wir Eltern dafür da sind, in
00:10:51: die Co-Regulation zu gehen.
00:10:53: Das heißt, wir halten unser Kind, wir schenken
00:10:55: unserem Kind Liebe und geben den Rahmen vor,
00:10:59: um unser Kind zu begleiten, damit es irgendwann
00:11:02: in dieser Welt mit den Emotionen und Gefühlen
00:11:04: zurechtkommt.
00:11:06: Und genau das machen wir jetzt, nur dass
00:11:07: wir uns selbst nicht co-regulieren, sondern wir
00:11:11: gehen in die Selbstregulation.
00:11:15: Das heißt, wir dürfen jetzt lernen, das, was
00:11:17: in unserer Kindheit vielleicht noch fehlte, was wir
00:11:19: gebraucht hätten, heute zu integrieren als Erwachsene, ohne
00:11:23: dass wir abhängig davon von unseren Eltern, unserem
00:11:26: Partner oder sonst wem sind.
00:11:28: Und was wir jetzt machen können, um überhaupt
00:11:31: unsere Bedürfnisse zu erkennen, um damit in Verbindung
00:11:33: zu kommen, ist erst mal das Wahrnehmen.
00:11:35: Also das Wahrnehmen und das Erkennen, dass ich
00:11:37: hier gerade ein unerfülltes Bedürfnis habe.
00:11:39: Vielleicht kennst du das aus deinem Alltag.
00:11:41: Du kommst von der Arbeit, die Küche sieht
00:11:43: aus wie im Schweinestall und du musst die
00:11:45: Küche erst mal aufräumen und du hast schon
00:11:46: diese innere Unruhe und denkst dir, wie kann
00:11:49: das sein, dass die Küche jetzt unordentlich ist?
00:11:50: Ich will doch nach Hause kommen und meine
00:11:52: Ruhe haben.
00:11:54: Und du wirst wütend, richtig wütend.
00:11:58: Und da hättest du zum Beispiel den Moment,
00:12:01: wo du hingucken kannst und gucken kannst, aha,
00:12:04: ich bin gerade wütend.
00:12:06: Okay, du nimmst erst mal nur wahr.
00:12:07: Du musst nicht sagen, das kommt nicht, sondern
00:12:11: du nimmst wahr, ich bin wütend.
00:12:14: Ende.
00:12:15: Mehr muss es nicht sein.
00:12:16: Einfach wahrnehmen.
00:12:18: Und das klingt hier so einfach.
00:12:19: Manchmal ist das gerade der Prozess, überhaupt zu
00:12:22: merken, dass hier gerade irgendein Film abläuft.
00:12:25: Überhaupt zu merken, welches Gefühl ist denn da
00:12:28: gerade so präsent?
00:12:29: Denn es ist gar nicht immer so leicht
00:12:31: zu sagen, ich bin traurig, ich bin wütend,
00:12:33: ich bin enttäuscht, ich bin sonst was.
00:12:35: Da überhaupt in die Verbindung zu kommen und
00:12:37: es einfach nur zu benennen.
00:12:40: Ich bin gerade wütend.
00:12:41: Ich bin gerade richtig traurig.
00:12:44: Ich bin gerade Punkt, Punkt, Punkt.
00:12:47: Also da in die Connection zu kommen und
00:12:49: wahrzunehmen.
00:12:50: Schritt zwei ist, dass du dir Empathie schenkst.
00:12:53: Und Empathie ist kein Lösungsvorschlag.
00:12:55: Empathie ist okay.
00:12:58: Eine Runde Pause.
00:12:59: Ich sehe, ich bin gerade richtig wütend.
00:13:02: Ich sehe, es regt mich hier höllisch auf,
00:13:05: dass die Küche so unsauber ist.
00:13:08: Ich merke, ich bin gerade total überfordert.
00:13:12: Du benennst, was gerade da abgeht.
00:13:14: Du benennst es und sagst, was hier gerade
00:13:16: los ist, was dich beschäftigt.
00:13:18: Was ist das, was dahinter steht?
00:13:21: Versuch dich zu übersetzen.
00:13:23: Versuch zu übersetzen, warum dich das so aufregt,
00:13:25: dass die Küche unordentlich ist.
00:13:28: Geh da in die Übersetzung und guck, was
00:13:29: ist das, was in deinem Innern gerade wirklich
00:13:31: abgeht?
00:13:32: Ist es wirklich die Küche?
00:13:33: Oder ist es, weil du dir gerade Hilfe
00:13:35: wünschst und die Hilfe nicht da ist?
00:13:37: Ist es, weil du überfordert bist, weil du
00:13:39: nicht weißt, wann du diese Küche noch aufräumen
00:13:42: sollst?
00:13:42: Versuch, so klar wie möglich in die Empathie
00:13:45: reinzugehen und zu gucken.
00:13:47: Hey, was passiert hier gerade und benenne es.
00:13:50: Was ist in meinem Innern gerade wirklich los
00:13:52: und benenne es.
00:13:53: Und das ist der Step, bei dem du
00:13:55: dir richtig viel Zeit lassen kannst.
00:13:57: Du darfst dir richtig viel Zeit lassen.
00:14:00: Und da geht es auch nicht, dass du
00:14:01: dann einfach weitermachst, weil du wirst immer wieder
00:14:04: an den Punkt kommen müssen, wo du dir
00:14:05: Selbstempathie, Selbstmitgefühl schenken darfst.
00:14:08: Das heißt, du checkst da immer wieder ein.
00:14:10: Okay, bis du merkst, dass sich eine innere
00:14:13: Ruhe in dir einstellt.
00:14:14: Bis du merkst.
00:14:16: Okay, bei Kindern sieht man das ganz oft
00:14:19: richtig toll, wenn die z.B. richtig doll
00:14:22: weinen und auch da, wenn du gerade richtig
00:14:25: in deinem Gefühl drin bist, wenn du gerade
00:14:27: richtig wütend bist, dann geht es nicht um
00:14:29: viele Worte, sondern es geht vielmehr um die
00:14:31: Haltung dahinter.
00:14:33: Denn wenn du in diesen krassen Emotionen bist,
00:14:36: dann wird dein Gehirn das gar nicht wirklich
00:14:38: aufnehmen.
00:14:39: Und da kann es z.B. helfen, einfach
00:14:40: mal die Hand aufs Herz zu nehmen.
00:14:42: Es kann helfen, die Hände unter kaltes Wasser
00:14:45: zu heben, also so einen kleinen, kleinen Stop
00:14:48: mit einzulegen, um wieder bei sich anzukommen.
00:14:52: Und ja, das kann Zeit dauern.
00:14:54: Es kann super viel Zeit dauern, sich wieder
00:14:58: zu fangen und die Emotionen durchlaufen zu lassen
00:15:03: und sich die Empathie zu schenken.
00:15:04: Achso, und bei Kindern, Entschuldigung, bei Kindern merkt
00:15:08: man das ganz oft, wenn sie ganz dolle
00:15:09: weinen, dass irgendwann der Kumpum kommt, wo sie
00:15:12: dann so richtig erschöpft zusammen sacken und kuscheln
00:15:15: wollen.
00:15:15: Also ich finde, vielleicht merkst du das dann
00:15:18: bei dir auch, dass du so richtig, jetzt
00:15:21: merkst du, dass irgendwie gerade Druck gegangen ist.
00:15:26: Und dann kommt der Punkt, wo du anfangen
00:15:28: kannst, in die Selbstverantwortung, in die Lösung zu
00:15:30: gehen.
00:15:31: Aber erst, wenn du dir genug Empathie geschenkt
00:15:32: hast, wenn du merkst, du kommst hier noch
00:15:34: nicht in die Selbstverantwortung, dann hast du dir
00:15:36: erst mal noch weiter Empathie zu schenken.
00:15:38: Dann ist der nächste Step die Selbstverantwortung oder
00:15:40: eine Lösungsfindung noch gar nicht der richtige.
00:15:43: Und mit Lösungsfindung meine ich hier nicht, dass
00:15:45: es ein Problem gibt und du jedes Mal
00:15:46: sofort eine Lösung finden musst, sondern eine Lösungsfindung
00:15:50: in die Selbstverantwortung zu kommen, bedeutet für mich
00:15:52: zu gucken, okay, was brauche ich hier gerade?
00:15:56: Was ist das nächste, kleinstmögliche, was ich tun
00:15:58: kann?
00:15:59: Wenn ich Hilfe brauche, was ist denn die
00:16:01: Möglichkeit, wie ich jetzt gerade Hilfe holen kann?
00:16:04: Wenn ich, wenn ich mich nicht sicher fühle,
00:16:08: was kann ich machen, damit ich mich sicherer
00:16:10: fühle?
00:16:11: Wenn ich Orientierung brauche, weil ich total Angst
00:16:14: habe, weil ich nicht weiß, wie es abläuft,
00:16:16: dann zu gucken, was ist das, was ich
00:16:19: aus mir heraus machen kann?
00:16:20: Und das ist das, was ich vorhin meinte.
00:16:22: Die Bedürfnisse dahinter sind bei uns allen gleich.
00:16:26: Nur die Strategie, wie du dir dein Bedürfnis
00:16:28: erfüllst, kann ich dir hier nicht vorgeben, denn
00:16:31: meine Methoden müssen bei dir nicht unbedingt funktionieren.
00:16:34: Ich kann dir hier Inspiration geben, gar kein
00:16:36: Problem, nur finde Strategien aus dir heraus, finde
00:16:40: Lösungen aus dir heraus, die in deinen Alltag
00:16:43: und in dein Leben passen, die in deine
00:16:45: Familie und in dein System passen, denn wir
00:16:48: sind alle so individuell.
00:16:49: Wie kann ich denn das Perfekte für dich
00:16:51: vorschlagen, wenn nur du dein gesamtes Leben komplett
00:16:55: kennst?
00:16:56: Also ermutige dich hier, finde Lösungen.
00:16:58: Und damit meine ich auch nicht, dass das
00:16:59: jetzt zack und dann habe ich eine Lösung.
00:17:01: Nein, das ist ausprobieren.
00:17:03: Das ist wirklich...
00:17:04: Der Weg ist nicht so easy, wie er
00:17:06: jetzt hier klingt.
00:17:07: Das ist wirklich auszuprobieren, zu gucken Hey, was
00:17:10: passt zu mir?
00:17:11: Was passt in mein Leben?
00:17:12: Wie kann ich das testen?
00:17:14: Und ja, wenn du dann merkst, das funktioniert
00:17:17: nicht, durch eine neue Strategie zu finden und
00:17:19: zu gucken Hey, wie kann das und das
00:17:21: denn passieren?
00:17:22: Und ja, dran zu bleiben, vor allem dran
00:17:25: zu bleiben.
00:17:26: Und na ja, wir sind alles Menschen.
00:17:28: Wir haben alle unsere eigenen großen Themen.
00:17:30: Manche Themen sind stärker, manche gehen schneller.
00:17:33: Du wirst das schon herausfinden.
00:17:35: Und manche Themen brauchen einfach sehr viel Empathie,
00:17:38: sehr viel Liebe.
00:17:40: Und ja, für mich persönlich.
00:17:43: Und da sind wir wieder bei dem Verstehen
00:17:45: und Verstanden werden.
00:17:46: Da fehlt die meiste Magie in der Empathie,
00:17:49: in dem Moment, wo ich einfach den Raum
00:17:51: öffne, so zu sein, wie ich bin, wo
00:17:53: der Raum geöffnet ist.
00:17:55: Und ich muss mich nicht verstellen.
00:17:56: Ich muss hier jetzt gerade keine Lösung finden.
00:17:58: Ich muss hier jetzt gerade gar nichts anderes
00:18:00: machen, sondern ich darf mit meinen Gefühlen gerade
00:18:02: einfach in dem Raum sein.
00:18:04: Und es muss nicht immer dramatisch sein.
00:18:06: Es darf fließen.
00:18:08: Ich darf weinen.
00:18:09: Ich darf wütend sein.
00:18:11: Ich darf überfordert sein.
00:18:13: Es darf einfach alles sein.
00:18:16: Und wenn ich mir diesen Raum selbst eröffne,
00:18:19: ins Mitgefühl für mich selber zu gehen, in
00:18:22: die Empathie für mich selber zu gehen und
00:18:23: mich zu hören, dann passiert erstens, dass ich
00:18:27: von anderen Menschen weniger abhängig bin, denn ich
00:18:29: weiß ja, ich trage es in mir.
00:18:32: Ich habe es ja bereits in mir.
00:18:35: Und wir gehen ja auch so in die
00:18:38: Liebe hinein, um diese Bindung zu stärken.
00:18:40: Was ich vorhin meinte mit den auch mit
00:18:43: den Bedürfnissen nach Sicherheit, nach Liebe und Bindung
00:18:47: und nach Orientierung ist, dass diese alle ineinander
00:18:51: greifen.
00:18:52: Also wenn ich, wenn ich, wenn ich mich
00:18:54: geliebt fühlen will, dann brauche ich auch Sicherheit
00:18:56: und Orientierung.
00:18:58: Wenn ich mich sicher fühlen will, dann brauche
00:19:00: ich, spielt das mit in die Liebe und
00:19:02: in die Führung hinein.
00:19:04: Das alles greift dann alltäglich wieder zusammen, damit
00:19:07: es rund wird.
00:19:09: Und ich bin mir ganz sicher, dass du
00:19:12: Strategien und Lösungen und Vorschläge und Ideen hast,
00:19:15: die vielleicht zu dir passen.
00:19:18: Und manchmal ist es halt auch ein Prozess,
00:19:20: der einfach länger dauert.
00:19:22: Ein Prozess, wo wir wie bei einer Zwiebel
00:19:24: Schicht für Schicht abschälen, um immer tiefer in
00:19:27: den Kern zu kommen.
00:19:28: Und das ist ja dann auch die Tiefe,
00:19:31: die wir dem verleihen können.
00:19:33: Und es ist einfach so besonders, weil Kinder
00:19:36: uns so sehr zeigen, wie wir selbst noch
00:19:40: mit uns umgehen dürfen, weil Kinder einfach.
00:19:46: Ja, ich träume von dieser Welt, wo Kinder
00:19:48: wirklich sein dürfen, wie sie sind, mit allem,
00:19:51: was sie sind, und ich finde das einfach
00:19:53: so cool, auch bei meinem Sohn, bei meiner
00:19:55: Nichte, bei den Freunden zu sehen, wie unterschiedlich
00:19:58: die Kinder auf die Welt kommen, mit was
00:20:00: für tollen Charaktereigenschaften, mit ja, wie sie auf
00:20:04: die Welt kommen.
00:20:05: Und ich finde es manchmal schockierend, wie schnell
00:20:09: wir da in die Bewertung als Erwachsener kommen.
00:20:12: Also diese Eigenschaft, die ist ja nicht gut,
00:20:13: die ist ja anstrengend.
00:20:14: Ja, verdammt, Eltern sein ist manchmal richtig, richtig
00:20:18: anstrengend.
00:20:20: Und das will ich gar nicht runterreden.
00:20:22: Nur unsere Kinder können nichts dafür.
00:20:24: Da ist die Grenze für mich.
00:20:25: Unsere Kinder dürfen so sein, wie sie sind.
00:20:28: Unsere Kinder dürfen lernen, dass ihre Gefühle richtig
00:20:30: sind, wie sie sind.
00:20:31: Und wenn wir dieses Wissen weitervermitteln und wenn
00:20:36: wir unseren Kindern mit dieser Haltung entgegentreten und
00:20:39: das ist das, was ich ja auch meinte,
00:20:41: es geht um die Haltung dahinter, nicht darum,
00:20:43: es perfekt zu machen.
00:20:44: Denn wie gesagt, wir haben ja alle unsere
00:20:46: inneren Kinder, die auch Emotionen noch heute mit
00:20:49: ausleben.
00:20:50: Das heißt, wir werden es nie perfekt hinbekommen.
00:20:53: Aber wir können selbst unsere Meinung, unsere Haltung
00:20:57: immer wieder überprüfen.
00:20:59: Wir können selber immer wieder gucken.
00:21:00: Hey, macht das hier gerade Sinn, den Film,
00:21:02: den ich abspiele?
00:21:04: Oder ist das einfach nur, weil ich es
00:21:05: selber so gelernt habe?
00:21:07: Funktioniert das heute in meiner Familie überhaupt?
00:21:11: Ja, und wenn wir diese Haltung einnehmen, wenn
00:21:13: wir diese Möglichkeit eröffnen, dann glaube ich, dass
00:21:17: unsere Kinder ganz, ganz viel Liebe haben und
00:21:20: sich auch ganz doll geliebt fühlen.
00:21:22: Und ja, es ist der Grundstein für deren
00:21:24: zukünftiges Leben.
00:21:26: Das heißt, nein, wir können sie nicht vor
00:21:28: schlimmen Zeiten, vor doofen Erfahrungen bewahren, aber wir
00:21:32: können Grundsteine mitgeben, den Ressourcen Rucksack schon mal
00:21:35: vollpacken, damit unsere Kinder, damit unsere inneren Kinder
00:21:39: und wir besser durch solche Zeiten kommen.
00:21:41: Das ist das, was wir jetzt machen können
00:21:43: und was ich mir so sehr wünsche, was
00:21:45: wir alle machen dürfen.
00:21:47: Das wollte ich noch gesagt haben.
00:21:49: Naja, es ist tatsächlich, dass wir Bindungen wieder
00:21:54: neu erlernen dürfen, dass wir Bindungen wieder neu
00:21:57: erforschen dürfen, dass wir einfach dieses Bedürfnis orientierte
00:22:01: mit einfließen lassen dürfen und dass es uns
00:22:04: so viel wiedergibt.
00:22:07: Und ja, falls du dich jetzt fragst, oh
00:22:10: Gott, und wie mache ich das denn jetzt
00:22:11: alles?
00:22:12: Der erste Schritt kann sein, dass du dich
00:22:13: einfach, wenn du merkst, das nächste Mal bist
00:22:17: du in einer emotionalen Situation, dass du dich
00:22:19: fragst, was hätte mein inneres Kind gebraucht und
00:22:21: was brauche ich jetzt, um damit die Tore
00:22:24: zu öffnen, tief an dich einzutauchen und zu
00:22:26: erforschen?
00:22:27: So meine Liebe, ich hoffe, die Folge hat
00:22:30: dir gefallen.
00:22:30: Ich hoffe, du konntest was mitnehmen.
00:22:32: Wenn du jemanden kennst, dem diese Folge genauso
00:22:36: inspiriert wie dich, dann klickt gern auf Teilen,
00:22:39: hinterlasst einen Kommentar oder ein Follow und ich
00:22:41: freue mich, dich ganz bald wiederzusehen.
00:22:43: Bis dahin schicke ich ganz viel Liebe und
00:22:45: dein Mann Alena.
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